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Trauung

Persönlich statt Protokoll: Eigene Gelübde, freie Trauungen und neue Segensformen

Brautpaar küsst sich vor dem Altar, Trauzeugin lächelt
Foto: 3Motion Memories

Die Trauung ist der Kern jeder Hochzeit, und genau hier wünschen sich Paare heute mehr Persönlichkeit. Laut dem Bund deutscher Hochzeitsplaner sind Authentizität und Rituale besonders wichtig. Auch Kirchen beobachten, dass Paare zwar einen Segen möchten, aber oft nicht in traditioneller Form.

Die freie Trauung

Eine freie Trauung ist keine rechtliche Eheschließung, sondern eine Zeremonie, die ihr frei gestalten könnt. Die standesamtliche Trauung findet dann meist vorher im kleinen Kreis statt. Ein freier Trauredner lernt euch vorher kennen und erzählt eure Geschichte. Ort, Ablauf, Musik und Rituale bestimmt ihr selbst.

Eigene Ehegelübde schreiben

Eigene Gelübde gehören zu den emotionalsten Momenten einer Hochzeit. So gelingen sie:

  • Kurz halten: Eine bis zwei Minuten pro Person reichen.
  • Konkret werden: Eine echte Erinnerung berührt mehr als allgemeine Liebeserklärungen.
  • Versprechen machen: Große und kleine, ernste und humorvolle.
  • Laut üben: Lest eure Worte vorher ein paar Mal laut, am besten jemandem, dem ihr vertraut.
  • Ausgedruckt mitnehmen: Eine schöne Karte sieht auf Bildern besser aus als ein Handy.

Rituale mit Bedeutung

Sandzeremonie, Handfasting, Briefe an den Partner, die erst zum ersten Hochzeitstag geöffnet werden, oder ein Ringwärmen, bei dem die Ringe durch die Hände aller Gäste wandern: Rituale machen Gäste zu Beteiligten. Wählt ein Ritual, das zu euch passt, und nicht eines, weil es gerade überall zu sehen ist.

Neue Formen der kirchlichen Segnung

Auch die Kirchen werden flexibler. In mehreren Städten gibt es inzwischen sogenannte Kasualagenturen wie das Segensbüro in Berlin, St. Moment in Hamburg oder Sozusegen in Hannover. Sie bieten spontane und individuell gestaltete Segnungen an, oft auch als Pop-up-Hochzeiten an besonderen Tagen. Laut Pfarrern wächst die Nachfrage.

Standesamt mit Persönlichkeit

Auch eine standesamtliche Trauung kann persönlich sein: mit eigener Musik, einem kurzen Text von Freunden oder einem Trauzimmer an einem besonderen Ort. Viele Städte bieten Trauorte außerhalb des Rathauses an. Informiert euch früh, denn beliebte Termine sind schnell vergeben.

Tipp für bleibende Erinnerungen

Eure Worte bei der Trauung sind einer der wertvollsten Teile eurer Hochzeit. Viele Paare wünschen sich später, sie könnten sie noch einmal hören. Achtet darauf, dass Gelübde und Reden mit gutem Ton aufgenommen werden, zum Beispiel durch ein Ansteckmikrofon, und dass während der Zeremonie keine Handys im Mittelgang die Sicht versperren.

Häufige Fragen

Ist eine freie Trauung rechtlich gültig?

Nein. Rechtlich gültig ist in Deutschland nur die standesamtliche Eheschließung. Die freie Trauung findet meist zusätzlich statt.

Wie lang sollten eigene Ehegelübde sein?

Etwa ein bis zwei Minuten pro Person. Kurz, konkret und persönlich wirkt am stärksten.

Was ist eine Pop-up-Hochzeit der Kirche?

Eine spontane, individuell gestaltete kirchliche Segnung, die von Kasualagenturen einiger Landeskirchen angeboten wird, oft ohne lange Vorbereitung.

Quellen

Über den Autor: Dimitri Frick begleitet mit dem Team von 3Motion Memories seit 2014 Brautpaare mit Hochzeitsfotografie und Film und hat bereits über 150 Hochzeiten festgehalten. Fragen zu eurer Hochzeit? Schreibt uns gern per WhatsApp.

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